Aktuelles
14.11.2019
Fachtagung "Wege in's Bleiberecht. Perspektiven für unbegleitete minderjährige und junge volljährige Geflüchtete schaffen"

Am 9. Dezember 2019 veranstaltet der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. gemeinsam mit dem Institut für transkulturelle Betreuung e.V. eine Fachtagung zum Thema "Wege ins Bleiberecht. Perspektiven für unbegleitete minderjährige und junge volljährige Geflüchtete schaffen". Im Fokus der Veranstaltung liegen asyl- und aufenthaltsrechtliche Perspektiven für unbegleitete (minderjährige) Geflüchtete, die Begleitung im Asyl- und Klageverfahren sowie aufenthaltsrechtliche Perspektiven außerhalb des Asylverfahrens. Berücksichtigt werden außerdem Fragen zur Identitätsklärung im Kontext der Aufenthaltssicherung sowie Problemfelder und Möglichkeiten im Rahmen der Familienzusammenführung. Die Themen werden im Zusammenhang mit den Neuerungen im Rahmen des sogenannten „Migrationspaketes“ und dessen Auswirkungen auf die Rechte und Handlungsoptionen junger Geflüchteter behandelt. Workshopformate ermöglich neben inhaltlichen Inputs auch Raum für (Erfahrungs-)Austausch unter den Fachkräften. Wir freuen uns, mit dem Workshop "Identität und Aufenthalt – Rechtliche Grundlagen und praktischer Erfahrungsaustausch" als Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. ein Teil der Veranstaltung sein zu dürfen.

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13.11.2019
Abschiebung von unbegleiteten Minderjährigen aus Jugendhilfeeinrichtung

Zwei unbegleitete minderjährige Geflüchtete wurden im Rahmen einer Sammelabschiebung mitten in der Nacht aus einer Thüringer Jugendhilfeeinrichtung abgeholt und nach Albanien abgeschoben. Trotz psychisch und physisch extremer Belastungserscheinungen und unter Beisein eines medizinischen Notdienstes, den Mitarbeitende der Jugendhilfeeinrichtung zuvor angefordert hatten, wurden die beiden Jugendlichen in Hand- und Fußfesseln zunächst in Polizeigewahrsam genommen und noch in der selben Nacht zum Abschiebeflughafen transportiert. Abschiebungen von minderjährig unbegleiteten Geflüchteten sind nur in einem sehr engen rechtlichen Rahmen und unter strengsten Vorgaben möglich. Die Wahrung des Kindeswohls und der besonderen Kinderrechte müssen ausnahmslos sichergestellt sein. Im geschilderten Fall wurden offensichtlich weder Kindeswohlaspekte in die Betrachtung einbezogen, noch die Umstände, in denen die Jugendlichen in Albanien in Empfang genommen wurden. Der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. fordert nach der bereits im September erfolgten Abschiebung der Minderjährigern lückenlose Aufklärung und einen Thüringer Erlass zum Abschiebeverbot aus Jugendhilfeeinrichtungen!

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06.11.2019
Geflüchtete Minderjährige aus Griechenland aufnehmen

Die Lebensumstände der aktuell über 4000 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Griechenland entbehren jedweder Form menschenwürdiger Bedingungen. Den jungen Menschen drohen in völlig überfüllten "Hotspots" Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch. Darüber hinaus mangelt es an medizinischer Versorgung und ausreichender Nahrung. Statt weitere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für unbegleitete Minderjährige zu schließen, fordern Flüchtlingsräte, der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. sowie die Organisation Equal Rights Beyond Borders Landesaufnahmeprogramme für unbegleitete Minderjährige sowie unterstützende Maßnahmen zur Familienzusammenführung, damit die jungen Menschen in Sicherheit leben können. Wir haben Platz!

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01.11.2019
Vereinsgründung Bundesforum Vormundschaften und Pflegeschaft e.V.

Nach über 10 Jahren informeller Netzwerkarbeit gründete sich nun am 8.10.2019 der Verein „Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft e.V.“ in Frankfurt am Main. Gemeinsames Ziel der Gründungsmitglieder, zu deren bislang 15 Organisationen und zwei Einzelmitgliedern auch der Bundesfachverband umF e.V. gehört, ist eine starke Vormundschaft, die an der Seite der Kinder und Jugendlichen steht, ihre Interessen im Blick hat und nachdrücklich vertritt. Das Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft e.V. kritisiert in einer am 23. Oktober 2019 veröffentlichten Stellungnahme die für stationäre Leistungen erhobene Kostenheranziehung junger Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe. Die gegenwärtige Heranziehung von 75 Prozent des Einkommens diskriminiert die jungen Menschen gegenüber ihren Altersgenossen und widerspricht dem Ziel der Verselbstständigung und Entwicklungsförderung. Das Bundesforum fordert in seiner Stellungnahme die Streichung der Kostenheranziehung: sie demotiviert junge Menschen und verhindert Ansparungen für eigenen Wünsche; sie widerspricht den Erziehungszielen und denen der Leistungen für junge Menschen; die Kostenheranziehung führt zu Hilfeabbrüchen und befördere Benachteiligung sowie Diskriminierung gegenüber jungen Menschen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe.

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Kostenlose Online-Kurse zur traumasensiblen Unterstützung von Minderjährigen

Veranstaltungen
Herbsttagung 2019
21.10.2019-23.10.2019, 13:00-13:00
Jugendgästehaus Hauptbahnhof Berlin

Die diesjährige Herbsttagung des Bundesfachverbands umF e.V. steht unter dem Motto „Gut angekommen?!“. Sie stellt neben aktuellen Themen aus der Praxis der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen das Thema Familie in den Fokus: Von Familienzusammenführung in der EU und aus Drittstaaten, der Arbeit mit Eltern bis zu den Angeboten der Jugendhilfe für Familien. Die Veranstaltung bildet den Abschluss des Projektes "Gut ankommen – Fachkräfte qualifizieren. Kindgerechte Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger" von Terre des Hommes, dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. und dem Bundesfachverband umF. Das Projekt befasst sich mit der Qualifizierung von Fachkräften in Bezug auf die Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems. In diesem Rahmen werden Partner/innen aus der Türkei, Griechenland und Italien einen Einblick in ihre Arbeit geben und die Frage beantworten, unter welchen Voraussetzungen Zusammenführungen, Relocation und Resettlement in ihrer Praxis funktionieren und welche Unterstützung hierfür durch Fachkräfte in Deutschland geleistet werden kann. Die Herbsttagung richtet sich an Mitarbeitende von Jugendämtern, Trägern der Jugendhilfe, Beratungsstellen, Vormund/innen und andere Personen die mit minderjährigen Geflüchteten arbeiten. Ihr Ziel ist zudem die bundesländerübergreifende Vernetzung zwischen Fachkräften. Zum Programm auf Deutsch Zum Program in English   Frühzeitig Übernachtungen buchen! Zeitgleich mit der BumF-Herbsttagung finden mehrere Großveranstaltungen in Berlin statt. Wir haben daher bei verschiedenen Hotels Kontingente für Teilnehmende reserviert, die selbsständig abgerufen werden müssen. Aufgrund der hohen Nachfrage empfehlen wir Ihnen, frühzeitig zu buchen. Details finden sich in unseren Übernachtungsinformationen Zu den Übernachtungsinformationen   Bildungsurlaub Die Tagung ist in Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland als Bildungsurlaub anerkannt. Wir bemühen uns derzeit um weitere Anerkennungen für die Frühjahrstagung 2020.   Förderung Die Veranstaltung bildet den Abschluss des Projektes "Gut ankommen – Fachkräfte qualifizieren". Dieses Projekt wird aus Mittel aus dem Asyl-, Migrations- und Flüchtlingsfond kofinanziert.

Dokumentation Vertiefungsseminar Dresden: Alles neu?! Aktuelle Gesetzesänderungen und ihre Folgen.
09.09.2019, 9:30-17:30
Ausländerrat e.V.

Wann ist eine Antragstellung sinnvoll – wann nicht? Welche Voraussetzungen und Änderungen müssen – vor dem Hintergrund der jüngsten Gesetzesänderungen – für die Erteilung einer Ausbildungsduldung erfüllt und berücksichtigt werden? Welche Passbeschaffungspflichten bestehen bei Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnissen? Was kann bei Widerrufsverfahren getan werden? Diese und weitere Fragen wurden durch den Rechtsanwalt Dr. Stephan Hocks beantwortet.   Referent Dr. Stephan Hocks Rechtsanwalt und Autor (u.a. Fachbuch Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge)   Dokumentation Seminar-Dokumentation als PDF-Datei

Anlage: Aktuelle Änderungen im AufenthG als PDF-Datei

  Förderung Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Gut ankommen – Fachkräfte qualifizieren“. Dieses Projekt wird aus Mittel aus dem Asyl-, Migrations- und Flüchtlingsfond kofinanziert.

Wer kümmert sich um mich? Welche Rechte habe ich? Mit welchen Ämtern und Organisationen habe ich es zu tun? Unser Portal von jungen Geflüchteten für junge Geflüchtete.

Aktuelle Themen
Begleitete Minderjährige

Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern nach Deutschland fliehen, haben wie alle Kinder ein Recht auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Mit der Unterbringung in einer Aufnahmeeinrichtung oder in Gemeinschaftsunterkünften sind sie vielfach gefährdenden Situationen ausgesetzt und gleichzeitig von zahlreichen Rechten ausgeschlossen. Der Zugang zur Kinder- und Jugendhilfe besteht uneingeschränkt. Die Kinder- und Jugendhilfe muss die Minderjährigen nicht nur vor Gefahren schützen, sondern sie bei Bedarf durch Angebote und Leistungen in ihrer Entwicklung unterstützen.

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Bleiberecht

Abseits des Asylverfahrens gibt es weitere Möglichkeiten der Aufenthaltssicherung für junge Menschen, die nur geduldet in Deutschland leben. Die Bleiberechtsregelungen, die Ausbildungsduldung, Härtefallkommissionen und Petitionen bieten Perspektiven. Auf dieser Seite finden sich mehrsprachige Informationen für Jugendliche und Fachkräfte zu diesen rechtlichen Möglichkeiten. Doch die Regelungen sind nicht ausreichend: Zusammen mit der Initiative Jugendliche ohne Grenzen, den Landesflüchtlingsräten und weiteren Organisationen setzt sich der BumF daher für eine Verbesserung der Gesetzeslage ein, damit junge Menschen ohne Angst in Deutschland leben können.

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Betreuung durch Verwandte

Wenn minderjährige Flüchtlinge mit anderen Angehörigen als den Eltern einreisen oder zu Verwandten in Deutschland verteilt werden, gilt zunächst: Sie sind in der Regel weiterhin „unbegleitet“ und das Jugendamt muss handeln. Der BumF setzt sich dafür ein, dass die Unterstützung der Angehörigen stärker in den Fokus rückt: Etwa beim Pflegegeld, den ambulanten Hilfen oder der Unterstützung der Vormundschaft.

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Abschiebung

Unbegleitete Minderjährige sind in der Regel vor einer Abschiebung geschützt. Rückführungen sind nur in Ausnahmefällen erlaubt, wenn Familienmitglieder oder eine geeignete Aufnahmeeinrichtung im Herkunftsland überprüfbar zugesichert haben, dass sie den(die Minderjährigen in Empfang nehmen, unterbringen und für ihn sorgen können. Mit 18 Jahren ändert sich das. Ist der Asylantrag abgelehnt oder gar nicht erst gestellt worden, muss vorab gehandelt werden: Bildung und Integration eröffnen ebenso Wege zur Aufenthaltssicherung wie das Asylverfahren.

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