13.11.2019
Abschiebung von unbegleiteten Minderjährigen aus Jugendhilfeeinrichtung

Zwei unbegleitete minderjährige Geflüchtete wurden im Rahmen einer Sammelabschiebung mitten in der Nacht aus einer Thüringer Jugendhilfeeinrichtung abgeholt und nach Albanien abgeschoben. Trotz psychisch und physisch extremer Belastungserscheinungen und unter Beisein eines medizinischen Notdienstes, den Mitarbeitende der Jugendhilfeeinrichtung zuvor angefordert hatten, wurden die beiden Jugendlichen in Hand- und Fußfesseln zunächst in Polizeigewahrsam genommen und noch in der selben Nacht zum Abschiebeflughafen transportiert. Abschiebungen von minderjährig unbegleiteten Geflüchteten sind nur in einem sehr engen rechtlichen Rahmen und unter strengsten Vorgaben möglich. Die Wahrung des Kindeswohls und der besonderen Kinderrechte müssen ausnahmslos sichergestellt sein.Im geschilderten Fall wurden offensichtlich weder Kindeswohlaspekte in die Betrachtung einbezogen, noch die Umstände, in denen die Jugendlichen in Albanien in Empfang genommen wurden. Der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. fordert nach der bereits im September erfolgten Abschiebung der Minderjährigern lückenlose Aufklärung und einen Thüringer Erlass zum Abschiebeverbot aus Jugendhilfeeinrichtungen!

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06.11.2019
Geflüchtete Minderjährige aus Griechenland aufnehmen

Die Lebensumstände der aktuell über 4000 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in Griechenland entbehren jedweder Form menschenwürdiger Bedingungen. Den jungen Menschen drohen in völlig überfüllten "Hotspots" Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch. Darüber hinaus mangelt es an medizinischer Versorgung und ausreichender Nahrung. Statt weitere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für unbegleitete Minderjährige zu schließen, fordern Flüchtlingsräte, der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. sowie die Organisation Equal Rights Beyond Borders Landesaufnahmeprogramme für unbegleitete Minderjährige sowie unterstützende Maßnahmen zur Familienzusammenführung, damit die jungen Menschen in Sicherheit leben können. Wir haben Platz!

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01.11.2019
Vereinsgründung Bundesforum Vormundschaften und Pflegeschaft e.V.

Nach über 10 Jahren informeller Netzwerkarbeit gründete sich nun am 8.10.2019 der Verein „Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft e.V.“ in Frankfurt am Main. Gemeinsames Ziel der Gründungsmitglieder, zu deren bislang 15 Organisationen und zwei Einzelmitgliedern auch der Bundesfachverband umF e.V. gehört, ist eine starke Vormundschaft, die an der Seite der Kinder und Jugendlichen steht, ihre Interessen im Blick hat und nachdrücklich vertritt. Das Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft e.V. kritisiert in einer am 23. Oktober 2019 veröffentlichten Stellungnahme die für stationäre Leistungen erhobene Kostenheranziehung junger Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe. Die gegenwärtige Heranziehung von 75 Prozent des Einkommens diskriminiert die jungen Menschen gegenüber ihren Altersgenossen und widerspricht dem Ziel der Verselbstständigung und Entwicklungsförderung. Das Bundesforum fordert in seiner Stellungnahme die Streichung der Kostenheranziehung: sie demotiviert junge Menschen und verhindert Ansparungen für eigenen Wünsche; sie widerspricht den Erziehungszielen und denen der Leistungen für junge Menschen; die Kostenheranziehung führt zu Hilfeabbrüchen und befördere Benachteiligung sowie Diskriminierung gegenüber jungen Menschen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe.

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01.11.2019
Willkommensbroschüre: Jetzt auch auf Amharisch!

Jetzt auch auf Amharisch bestellbar: Unsere Willkommensbroschüre für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Mit welchen Behörden, Ämtern und Organisationen habe ich zu tun? Was passiert alles in der ersten Zeit? Wer kümmert sich um mich? Und vor allem: Welche Rechte habe ich? Dies und vieles mehr erfahren junge Flüchtlinge in jugendgerechter Sprache.

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Reza A.’s Geschichte

Reza A. konnte vor Angst kaum noch schlafen, in der Schule machte er Rückschritte: Kein Wunder, denn dem Siebzehnjährigen drohte die Abschiebung nach Afghanistan - ein Bürgerkriegsland, das er schon als dreijähriger verließ und daher kaum kennt. Dank des BumF-Rechtshilfefonds erhielt Reza A. Schutz und kann endlich wieder ohne Angst zur Schule gehen.

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24.10.2019
Dokumentation des Vertiefungsseminars in Hamburg: Alles neu?! Aktuelle Gesetzesänderungen und ihre Folgen.

Wann ist eine Antragstellung sinnvoll – wann nicht? Welche Voraussetzungen und Änderungen müssen – vor dem Hintergrund der jüngsten Gesetzesänderungen – für die Erteilung einer Ausbildungsduldung berücksichtigt werden? Welche Passbeschaffungspflichten bestehen bei Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnissen? Was kann bei Widerrufsverfahren getan werden? Diese und weitere Fragen wurden durch den Rechtsanwalt Dr. Stephan Hocks beantwortet.

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22.10.2019
Bericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland

Am 22. Oktober 2019 wurde der zivilgesellschaftlichen Bericht zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland veröffentlicht. Für diesen Bericht über die Kinderrechte in Deutschland haben 101 Organisationen der National Coalition Deutschland über zwei Jahre zusammengearbeitet. Der Bundesfachverband umF hatte hierbei die Themenpatenschaft für den Bereich Flucht übernommen. Mit dem Bericht übernimmt die National Coalition Deutschland zum vierten Mal die Verantwortung zur Kommentierung und Ergänzung des Staatenberichts der Bundesregierung, der am 4. April 2019 veröffentlicht wurde.

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10.10.2019
Empowermenttraining für Fluchtsozialarbeitende am 13.11.2019 in Berlin

Am 13. November 2019 veranstaltet der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. ein Empowermenttraining für Fluchtsozialarbeitende. Für Schwarze Menschen / Menschen of Color / Menschen mit Fluchterfahrung / Menschen mit Migrationserfahrung (und anderen Selbstbezeichnungen*- einfachheitshalber benutzen wir fortan „Interessierte“) sind Rassismus und Diskriminierung Teil des Lebens und auch Teil des Arbeitsalltags. Wir arbeiten in einem ständigen Spannungsfeld von eigenen Rassimuserfahrungen und denen unserer Adressat*innen, für die diese Erfahrungen einen starken Einfluss auf ihre psychische und soziale Stabilität haben können. Soziale Arbeit kann unterstützende Strukturen anbieten, um einen Umgang mit Othering und schmerzhaften Ausschlusspraxen zu finden. Dabei seid Ihr wichtige Begleitende in diesem Prozess, denn Ihr bietet mit Euren vielfältigen Erfahrungen, Fähigkeiten, Eigenschaften und Lebensentwürfen unterschiedliche Bezugspunkte. Zeitgleich gibt es aber häufig auch die Erfahrung, dass wir als Antidiskriminierungsspezialist*in oder Diversityexpert*in benutzt (darauf reduziert) werden, auch wenn wir damit nicht vordergründig zu tun haben (zu tun haben wollen). Sind wir zudem die einzige Person im Team mit Rassismuserfahrung, dann sind auch die Möglichkeiten der gemeinsamen Reflexion und der Bildung von Bündnissen begrenzt und mensch fühlt sich zuweilen machtlos und handlungseingeschränkt. Der Workshop bietet für Interessierte aus dem breiten Feld der Sozialen Arbeit einen Raum, um in einen Erfahrungsaustausch zu empowernden, individuellen als auch kollektiven Strategien im Umgang mit (eigenen) Rassismuserfahrungen zu kommen. Auch wenn die Erfahrungen mit Rassismen im Vordergrund stehen, beinhaltet unsere Ausrichtung intersektionale Perspektiven, womit wir unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen sichtbar und besprechbar machen können. Audre Lorde (1) sagt dazu sehr eindrücklich: „There is no such thing as a single-issue struggle because we do not live single-issue lives.“ Wir arbeiten prozessorientiert und haben eine emanzipatorisch-kritische Bildner*innen-Perspektive. Wir haben ein breites Repertoire an Methoden und interaktiven Formaten. Wir werden gemeinsam mit Euch Begriffe begreifen, Strukturen analysieren und gemeinsam in dem Format der „reflexiven Praxis“ machtkritisch und diskriminierungssensibel Handlungsoptionen erarbeiten und erweitern. Dazu nutzen wir auch Methoden der Biografie- und Theaterarbeit. Der Workshop richtet sich an Schwarze Menschen und Menschen of Color, die selbst von Rassismus betroffen sind. Angesprochen sind vor allem Fachkräfte, die im breiten Feld der Sozialen Arbeit tätig sind. Referierende Nastaran Tajeri-Foumani: Beraterin für pädagogisches Handeln in der Einwanderungsgesellschaft, Empowerment-Trainerin, freiberufliche Bildungsreferentin, Moderatorin, Musikerin und Lehrbeauftragte. Arbeitsschwerpunkte: Rassismus und Diskriminierung, Antimuslimischer Rassismus, Flucht und Migration, Versicherheitlichung des öffentlichen Raumes (Racial Profiling), reflexive pädagogische Praxis sowie Antigewalt- und Kompetenz-Trainerin, und Mohammed Jouni: Empowerment-Trainer, freiberuflicher Referent in der politischen Bildungsarbeit in den Bereichen Flucht, Migration, Diskriminierung und Rassismus. Langjährige Erfahrungen in der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Seit 2016 Seminarleitung in dem Projekt „Bildungsbausteine gegen Muslimfeindschaft“. Mitbegründer von Jugendliche ohne Grenzen(JoG)sowie Vorstandsmitglied des BumF. Die Veranstaltung wird aus Mittel des Asyl-, Migrations- und Flüchtlingsfonds kofinanziert.

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03.10.2019
Offener Brief: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen!

19 Organisationen fordern die Bundesregierung in einem offenen Brief dazu auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen und rechtliche Spielräume für die Zusammenführung mit Angehörigen in Deutschland zu nutzen.

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25.09.2019
Arbeit mit geflüchteten, traumatisierten jungen Menschen: E-Learning unterstützt Lehrkräfte und Sozialarbeitende

In den Kursen werden sowohl theoretisches Wissen zu Trauma und Flucht vermittelt als auch praktisches Handlungswissen in Alltagssituationen geübt. Die interaktive Kursdidaktik ist entlang realer Fluchtgeschichten aufgebaut.

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