Tätigkeitsbericht 2025

Das Jahr 2025 war für junge Menschen mit Fluchterfahrung, für die sie unterstützenden Strukturen und für die gesamte Kinder- und Jugendhilfe ein herausforderndes Jahr. Die politischen Debatten in Deutschland und Europa waren in weiten Teilen wieder einmal von Forderungen nach einer weiteren Verschärfung der Migrations- und Asylpolitik geprägt. Maßnahmen, die noch vor wenigen Jahren als rechtlich oder politisch kaum vorstellbar erschienen, wurden zunehmend Teil konkreter Gesetzgebung und Verwaltungspraxis. Besonders betroffen von diesen Entwicklungen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchterfahrung.

Mit der Bundestagswahl im Februar 2025 und der anschließenden Regierungsbildung wurden migrationspolitische Weichenstellungen vorgenommen, die erhebliche Auswirkungen auf das Leben junger geflüchteter Menschen und ihrer Familien haben. Die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte, die Ausweitung von Grenzkontrollen und Zurückweisungen sowie die Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) haben viele bestehende Sorgen und Unsicherheiten verstärkt. Gleichzeitig erleben wir eine gesellschaftliche Debatte, in der Flucht und Migration häufig vor allem als Problem dargestellt werden, während die Perspektiven, Rechte und Potenziale junger Menschen in den Hintergrund geraten.

Gerade in solchen Zeiten bleibt es notwendig, an grundlegende Prinzipien zu erinnern: Kinderrechte gelten für alle Kinder. Die Rechte auf Schutz, Förderung, Beteiligung, Gesundheit, Bildung und ein Aufwachsen in familiären Beziehungen dürfen nicht von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder politischen Stimmungen abhängig gemacht werden. Der Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht e.V. setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, dass die besonderen Bedarfe junger geflüchteter Menschen sichtbar bleiben und ihre Rechte in Politik, Verwaltung und Praxis konsequent berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse unserer im Jahr 2025 veröffentlichten Online-Umfrage zur Situation junger geflüchteter Menschen haben deutlich gemacht, dass sich die Lebensbedingungen vieler junger Menschen verschlechtert haben. Zahlreiche Fachkräfte berichteten von angespannten Unterbringungssituationen, eingeschränkten Unterstützungsangeboten, langen Verfahrensdauern sowie zunehmenden psychischen Belastungen. Gleichzeitig sehen wir, mit welchem Engagement Fachkräfte, Vormund*innen, Ehrenamtliche und zivilgesellschaftliche Initiativen trotz schwieriger Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass junge Menschen Schutz, Orientierung und Zukunftsperspektiven erhalten.

Vor diesem Hintergrund war die Arbeit des BuMF im Jahr 2025 wichtiger denn je. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Landeskoordinator*innen, Kooperationspartner*innen und Fördernden haben wir uns dafür eingesetzt, fachliche Standards zu sichern, Wissen zu vermitteln und politische Entwicklungen kritisch zu begleiten. In zahlreichen Stellungnahmen, Fachveranstaltungen, Publikationen und Gesprächen mit politischen Entscheidungsträger*innen haben wir die Perspektive geflüchteter Kinder und Jugendlicher in die Debatten eingebracht. Dabei standen insbesondere die Auswirkungen der GEAS Reform, die Aussetzung des Familiennachzugs, Fragen der Alterseinschätzung sowie die Situation junger Volljähriger im Fokus unserer Arbeit.

Gleichzeitig konnten wir wichtige Projekte erfolgreich fortführen und abschließen. Die Stärkung von Unterstützungsstrukturen für unbegleitete minderjährige geflüchtete Menschen, die Verbesserung psychosozialer Versorgungsangebote sowie die Vernetzung zu den Bedarfen geflüchteter Mädchen und junger Frauen bildeten zentrale Schwerpunkte unserer Arbeit. Unsere Veranstaltungen, Beratungsangebote und Publikationen wurden bundesweit genutzt und haben dazu beigetragen, Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen und Handlungssicherheit zu schaffen.

Besonders erfreulich ist, dass sich die Zahl unserer Mitglieder auch im Jahr 2025 weiter erhöht hat. Dieses Wachstum verstehen wir als Ausdruck des Vertrauens in die Arbeit des Verbandes und zugleich als Zeichen dafür, dass das Engagement für die Rechte junger geflüchteter Menschen weiterhin von vielen Menschen und Organisationen getragen wird. Für diese Unterstützung sind wir außerordentlich dankbar.

Unser Dank gilt ebenso den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle, die auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen mit großem fachlichem Engagement und persönlichem Einsatz die Arbeit des Verbandes gestaltet haben. Ebenso danken wir unseren Landeskoordinator*innen, unseren Kooperationspartner*innen, Fördermittelgeber*innen, Spender*innen sowie allen ehren- und hauptamtlich Engagier-ten, die die Arbeit des BuMF möglich machen.

Die Entwicklungen des Jahres 2025 zeigen, dass die Verteidigung von Kinderrechten, Menschenrechten und einer bedarfsgerechten Kinder- und Jugendhilfe keine Selbstverständlichkeit ist. Umso wichtiger bleibt eine starke Zivilgesellschaft, die auf Missstände aufmerksam macht, Betroffene unterstützt und sich für eine menschenrechtsorientierte Politik einsetzt. Der BuMF wird sich auch künftig mit Nachdruck dafür ein-setzen, dass junge Menschen mit Fluchterfahrung die Unterstützung, den Schutz und die Chancen erhalten, die ihnen zustehen.

Tätigkeitsbericht 2025

Neuigkeiten zur Entwicklung des Vereins, zur Umsetzung von Projekten und Kampagnen, zur inhaltlichen Schwerpunktsetzung in der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, zur Durchführung von Schulungsmaßnahmen – was den Bundesfachverband Minderjährigkeit und Flucht ausmacht, erfahren Sie in unserem Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025.