Parlamentarisches Frühstück & neues Positionspapier zur GEAS-Reform

Der BuMF war gemeinsam mit sieben weiteren Organisationen im Bundestag zu einem »parlamentarischen Frühstück«. Der Anlass: Die Bundesregierung hat beschlossen, das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem GEAS in nationales Recht umzusetzen. Allerdings drohen bei der Umsetzung des GEAS in Deutschland schwerwiegende Kinderrechtsverletzungen für geflüchtete Kinder. Ziel des parlamentarischen Frühstücks war, die Abgeordneten über die Folgen zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Außerdem gibt der BuMF gemeinsam mit weiteren Organisationen in einem neuen Positionspapier konkrete Empfehlungen, was bei dem aktuellen Gesetzgebungsverfahren aus kinderrechtlicher Perspektive besonders beachtet werden sollte.

Unsere Forderungen: 

  • Haft im Migrationskontext ist nicht mit dem Kindeswohl vereinbar und muss gesetzlich ausgeschlossen werden.
  • Kinder gehören auch nicht in haftähnlichen Einrichtungen. Für sie macht es keinen Unterschied, ob es sich rechtlich um Haft oder um haftähnliche Unterbringung handelt – entscheidend ist ihre erlebte Lebenswirklichkeit. Freiheitsbeschränkende Unterkünfte sind kein Ort für Kinder.
  • Besondere Schutzbedarfe müssen früh und verbindlich identifiziert werden, um eine angemessene Unterbringung für Kinder und ihre Familien zu ermöglichen.
  • Geflüchtete Kinder brauchen schnellen Zugang zu Schule und Bildung.

Den juristischen Hintergrund gibt es im Fachgutachten von Prof. Constantin Hruschka und Robert Nestler.

Zum Positionspapier.

Material

Kinderrechte wahren: 10 Empfehlungen für die Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems in Deutschland

(September 2025)

Die umfassende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), die ab 2026 angewendet und deren gesetzgeberische Umsetzung in Deutschland noch 2025 abgeschlossen werden soll, wird auch aus kinderrechtlicher Sicht zahlreiche Veränderungen mit sich bringen.
Das vorliegende Gutachten von Prof. Dr. Constantin Hruschka und Robert Nestler analysiert die verabschiedeten EU-Regelungen und die bisher bekannten Umsetzungspläne für das deutsche Recht mit Blick auf ihre Vereinbarkeit mit europäischen und internationalen kinderrechtlichen Vorgaben und fokussiert dabei insbesondere auf die Situation sowohl begleiteter als auch unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter.

(Juli 2025)

Stellungnahme zu den Referentenentwürfen des Bundesministeriums des Innern und Heimat

„Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des nationalen Rechts an die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS-Anpassungsgesetz) vom 24.06.2025

und

„Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des AZRG und weiterer Gesetze in Folge der Anpassung des nationalen Rechts an das Gemeinsame Europäische Asylsystem“
(GEAS-Anpassungsfolgegesetz) vom 10.06.2025

(Juli 2025)