Diese Veranstaltung findet ausschließlich online statt.
Alterseinschätzungen junger Geflüchteter und die qualifizierte Inaugenscheinnahme haben sich in den vergangenen Jahren zu einer sozialpädagogischen Regelaufgabe der Jugendhilfe entwickelt, die Fachkräfte vielerorts vor Herausforderungen stellen.
Die Alterseinschätzung entscheidet über den Zugang zur Kinder- und Jugendhilfe und bildet damit das Tor zu besonderen Schutzgarantien. Zugleich fehlt es für die qualifizierte Inaugenscheinnahme an verbindlichen fachlichen Standards. Fachkräfte müssen damit unter Bedingungen erheblicher Unsicherheit entscheiden, während diese Entscheidungen weitreichende Konsequenzen für die betroffenen jungen Menschen haben.
Eine fachgerechte Durchführung des Verfahrens braucht einen verbindlichen Rahmen, Austausch und Qualifizierung, was insbesondere aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der geringen Personalkapazitäten der Jugendämter eine große Herausforderung ist.
In kleiner, vertraulicher Runde möchte der BuMF Raum für einen Austausch zu der herausfordernden sozialpädagogischen Aufgabe und ihrer Praxis der qualifizierten Inaugenscheinnahme öffnen. Wir möchten über diese Herausforderungen, über Rollenkonflikte, widersprüchliche Aufträge und Unsicherheiten ins Gespräch kommen.
Mögliche weitere Inhalte des Austausches können sein
- Wie gelingt gute Dokumentation?
- Was ist in Bezug auf den Datenschutz zu berücksichtigen?
- Wie kann eine unabhängige Interessensvertretung und effektiver Rechtsschutz gewährleistet werden?
- Was sind „Zweifelfälle“ und wie ist mit ihnen umzugehen?
Wichtiger Hinweis: Aufgrund des vertraulichen Rahmens sind die Plätze begrenzt. Das Austauschforum richtet sich ausschließlich an Mitarbeitende der Jugendämter, die das Verfahren zur Alterseinschätzung gem. § 42 f SGB VIII durchführen.
Seitens des BuMF wird das Gespräch von Irmela Wiesinger und Lennart Scholz begleitet. Irmela Wiesinger ist Diplom-Pädagogin und Mediatorin. Sie war 25 Jahre in einem Jugendamt in Hessen, zuletzt seit vielen Jahren als Leiterin des uM-Fachdiensts tätig. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für den BuMF, u. a. als Landeskoordinatorin für das Bundesland Hessen. Lennart Scholz ist Sozialarbeiter und seit 2022 hauptamtlich für den BuMF tätig. Zuvor hat er für eine Beratungsstelle für junge Geflüchtete in Berlin gearbeitet.
